Gerald Ullrich

Sommerferien: Kostenlose PCR-Tests für Reisende ohne Impfangebot

Urlaubern, die in den Sommerferien ins Ausland reisen möchten, aber bis Ende Juni kein Impfangebot erhalten werden, sollten kostenlos Coronatests, wenn nötig auch PCR-Tests, ermöglicht werden. Es sind z.B. Familien mit Kindern, die seit über einem Jahr durch die Coronakrise hart belastet sind. Sie müssen neben ihrer Arbeit, Kinder zu Hause betreuen und zusätzlich auch unterrichten. Nun können sie den lang ersehnten Sommerurlaub nicht flexibel nach eigenen Bedürfnissen planen und gestalten. Denn aufgrund von Impfstoffmangel, den es in den nächsten Wochen in Deutschland noch geben wird, erhalten sie bis zum Start der Sommerferien kein Impfangebot.

Die zusätzlichen Kosten, die bei Ein- und Ausreise ins Urlaubsland auf sie zukommen, können sich viele nicht leisten. Wenn ein PCR-Test gefordert wird, kann bei einer vierköpfigen Familie nach jetzigem Stand schnell mal 800€ auf das Urlaubsbudget obendrauf kommen.

Die Bundesregierung sollte unkompliziert einen Weg finden, dass Urlaubsreisende vor Abreise aus Deutschland pro Person einen, wenn nötig, PCR-Test kostenlos erhalten können. Bei Ausreise aus dem Urlaubsland sollte es einmalig möglich gemacht werden, dass der Beleg für die Kosten des Tests vor Abreise aus dem Urlaubsland z. B. bei der Krankenkasse, bei der der Reisende Mitglied ist, abgerechnet werden kann. Es wäre ein gutes Zeichen an die Bürgerinnen und Bürger, die die Maßnahmen der Bundesregierung mehr als ein Jahr mitgetragen haben, ihnen diese Kosten nicht zusätzlich aufzuerlegen. Sie sollten nicht ausbaden müssen, was bei der Impfkampagne der Bundesregierung schief gelaufen ist.

Hintergrund: Alle Personen, die per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen, müssen vor dem Abflug dem Beförderer ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen. Diese Nachweispflicht gilt unabhängig davon, ob Sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Quelle: Bundesgesundheitsministerium.de

 

Erschienen am 20.05.2021 im Handelsblatt